jagd.guide

Rückfällig …

Eigentlich wollte ich die Jagd ruhen lassen. Als ich aber heute mit meinem Dackel auf den verschneiten Wegen unserer Wälder unterwegs war, hat es mich wieder gepackt.

Heute konnte man draußen wunderbar sehen und hören, was Temperaturgrenze heißt. Schmolz der Schnee unten im Dorf noch, war er oben ab einer Höhe von etwa 300 Metern gefroren. Beim Gehen konnte man die Grenze hören. War es über 0°, knirschte der Schnee, war es unter 0° knackte der Schnee. Eine Sache, die über den Erfolg einen Ansitzes entscheiden kann.

Auf einer langen Schneise bot sich mir ein Bild, an dem Spaziergänger einfach vorbeilaufen, das aber einen Jäger zum Verhalten bringt.

Hier wechselte ein ganzes Rudel Rotwild von einer Dickung in die andere. Wer es genau wissen will, könnte jetzt die Zahl der Tiere ziemlich genau ermitteln, ebenso das ungefähre Alter und vielleicht auch das Geschlecht. Glaubt wahrscheinlich keiner. Hirschgerechte Jäger können das.

Ein wenig abseits vom Rudel ist ein einzelner Hirsch über den Weg gewechselt. Das lässt sich an der Trittform der Fährte, der Stärke der Fährte und an der Schrittweite ablesen. Das Fährtenbild zeigt aber auch, dass der Hirsch nicht zur gleichen Zeit wie das Rudel eingewechselt ist, sondern schon am Abend zuvor. Aufmerksame Fährtenleser erkennen das an dem Schnee auf den Ästen. Ein so starker Hirsch, wie ihn die Fährte ausweist, hätte mit seinem Geweih den Schnee von den Ästen gefegt. Es hat aber erst zum Morgengrauen hin geschneit. Also muss der Hirsch zuvor eingezogen sein.

Es zeigte sich heute aber noch etwas. Der Winter hat zwar noch eine Zeit vor sich, er soll wohl auch noch strenger werden, das Licht nimmt aber zu, die Sonne steht höher, wird wärmer und wird dem Winter ein Stück seiner Härte nehmen. Freuen wir uns darauf.

Ich bin im tiefsten Taunus aufgewachsen. Mit Wald, Wild und ganz viel Natur bin ich groß geworden. Mein Lehrer war leidenschaftlicher Jäger, in der weiteren Familie zählte ich vier Förster. Der Vater meines Freundes war Forstmeister im hiesigen Forstamt. Das Forstamt war mir wie eine zweite Heimat. So sind mir Jagd und Natur schon früh in Fleisch und Blut übergegangen.

Taunusjagd oder JagdGuide ?

Vielleicht wird ja doch noch was draus. Wie der Titel lauten wird, wie das Format sein wird, weiß ich aktuell noch nicht. Bilder zur Jagd, Erlebnisse zur Jagd und Erfahrungen zur Jagd habe ich allerdings genug für ein E-Book. Und ein knappes Viertel des E-Books ist auch schon geschrieben.